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Faire Woche
So lief die Faire Woche 2025!
Unter dem Motto „Fair handeln! Vielfalt erleben!“ fand vom 12. bis 26. September die Faire Woche 2025 in Stadt und Landkreis Göttingen statt. Unterschiedliche Akteur*innen organisierten Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema „Fairer Handel“.
Stadt und Landkreis engagieren sich bereits seit 12 Jahren gemeinsam mit verschiedenen Organisationen für einen gerechten Welthandel und wurden dieses Jahr zum sechsten Mal als Fairtrade-Town bzw. Fairtrade-Region zertifiziert.
50-jähriges Jubiläum des Weltladens
Noch viel länger ist das Weltladencafé aktiv: Am 12. und 13. September feierte es sein 50-jähriges Jubiläum – ein voller Erfolg! Alle Aktionen wie „Alles Banane“, „Hier kannst Du punkten“, das Schoko-Quiz und das Kakao-Memory wurden gut angenommen. Ein Highlight war der Besuch der Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, die neben einem Grußwort eine Spende der Stadt Göttingen von 250 Euro überbrachte. Weitere Höhepunkte waren das Konzert von Uli + David (von Honig und Hafermilch) und der Auftritt von Front Porch Picking zum Abschluss auf dem Nikolaikirchhof. Die musikalischen Acts erreichten ein jüngeres Publikum und Menschen, die sonst nicht zum Weltladen-Klientel zählen. Zudem gab es zwei Informationsveranstaltungen zum Thema Kolonialismus und Neokolonialismus. Als eigenes Label aus Anlass des Jubiläums aufgelegt, wird der „Lichtenberg Kaffee“ zukünftig im Sortiment behalten und u.a. über die Touristeninformation vertrieben. Damit wird der Faire Handel in Göttingen noch sichtbarer.
Die Attac-Regionalgruppe Göttingen hatte an den beiden Samstagen der Fairen Woche, dem 13. und 20. September, jeweils einen Stand mit Informationen zur aktuellen Attac-Kampagne zum Thema Handelsabkommen. Mit Informationsmaterialien zur Kritik am Mercosur-Handelsabkommen, zu Lithiumabbau der EU in Chile sowie an der geplanten Produktion von Grünem Wasserstoff in Namibia wurde gegenüber Interessierten auf die unfairen Strukturen und die neokoloniale Ausbeutung, die mit diesen Vorhaben verbunden sind, hingewiesen.
Beispiele aus dem Globalen Süden
Das Entwicklungspolitische Informationszentrum (EPIZ) präsentierte sich im Format Göttingen X des Deutschen Theaters. Bei der Veranstaltung „Fair, nachhaltig, global gerecht!? In Sri Lanka. In Göttingen“ am 20. September, drehte sich das bunte Bühnenprogramm rund um Begegnung, Perspektivwechsel und Fairen Handel. Mit dabei war die Produzentin Nadeesha Madushani aus Sri Lanka (SELYN). Die Besucher*innen erlebten eine Podiumsdiskussion zu Siegeln des Fairen Handels, die Multimedia-Show Pluriversum und Mitmachaktionen. Traditionelle Musik mit Rajkumar und Jörg und verführerische Speisen aus Sri Lanka rundeten den Abend ab.
Am Sonntag, 21. September, fand in der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Martin Geismar der alljährliche Gottesdienst zum Fairen Handel statt. Diese zielgerichteten Gottesdienste gibt es schon seit vielen Jahren in der Martinskirche. Inhaltlich wurde dieser ausgerichtet an dem Gottesdienst-Entwurf von Fairtrade Deutschland mit Beispielen verschiedener Produzent*innen aus Ländern des Globalen Südens. Dadurch wurden die Erfolge und Vorteile des Fairen Handels ganz konkret deutlich. Eine gute Ergänzung zur Thematik des Fairen Handels war der Verkaufsstand des Göttinger Weltladens, der im Anschluss an den Gottesdienst die Besucher*innen verköstigte.
Bio-Hoffest und Regio Challenge
Zudem fanden zwei Aktionen der Öko-Modellregion Landkreis Göttingen statt. Das Bio-Hoffest in Kooperation mit Marie von Schnehen organisiert wurde, fand am 14. September auf dem Rittergut Klein Schneen statt. Rund 2000 Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, mehr über biologische Landwirtschaft zu erfahren und neue regionale Bio-Produkte kennenzulernen. Neben einem bunten Programm für Kinder gab es für Erwachsene Hof-Führungen, ein Podiumsgespräch, eine Lupinenkaffee-Live Röstung und die Möglichkeit regionale Produkte zu probieren und mit den Landwirt*innen direkt ins Gespräch kommen.
Unter dem Motto „Iss, was um die Ecke wächst“ fand vom 15. bis 21. September in der Region Göttingen und Südniedersachsen die „Regio Challenge“ statt. Die Öko-Modellregion Landkreis Göttingen und der Ernährungsrat Göttingen und Südniedersachsen e.V. organisierten diese Aktion, die dazu aufruft, eine Woche möglichst ausschließlich Lebensmittel zu konsumieren, die in der Region produziert wurden. In diesem Zeitraum wurden die Teilnehmenden mit wertvollen Informationen zu Einkauf, Lagerung sowie Haltbarmachung von Lebensmitteln und Veranstaltungshinweisen versorgt. Im Anschluss wurden unter den Teilnehmenden drei Geschenkekörbe mit bio-regionalen Lebensmitteln verlost.
Zudem gab es viele weitere Veranstaltungen, wie das bunte Treiben in der Göttinger Südstadt bei den 7. Südstadt Hinterhof-Flohmärkten, Kaffee-Verkostungen bei Contigo sowie eine Kleidertauschparty von Greenpeace und eine Demonstration für Klimagerechtigkeit von Fridays for Future im Rahmen des GUNZ-Open.
Ausstellung noch bis zum 20. November
Bis zum 20. November ist im Foyer des Neuen Rathauses eine Ausstellung zu den Themen Fairer Handel und faire Beschaffung zu sehen. Diese zeigt auch, wie sich die Stadt Göttingen gemeinsam mit dem Landkreis und weiteren Akteur*innen als Fairtrade-Region für den Fairen Handel engagiert.
Kommunen beschaffen jedes Jahr Waren und Dienstleistungen für rund 350 Milliarden Euro, darunter Computer, Büroausstattung, Berufskleidung, Nahrungsmittel oder Baumaterialien. Viele dieser Waren stammen aus Ländern des Globalen Südens, wo die Produzent*innen oft unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen leiden. Fehlender Arbeitsschutz, Löhne unter der Armutsgrenze und Kinderarbeit sind an der Tagesordnung. Der Faire Handel fördert bessere Handelsbedingungen für wirtschaftlich benachteiligte Produzent*innen. Die Ausstellung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) wird mit Unterstützung der Dr. Roland-Röhl-Stiftung gezeigt.
2013 wurde die Fairtrade-Region Göttingen ins Leben gerufen. In diesem Rahmen findet jährlich die Faire Woche mit vielen Akteur*innen statt. Sie wollen sich auch aktiv beteiligen? Wenden Sie sich gerne per E-Mail an n.hirschfeld@goettingen.de, wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden möchten!
