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Masterplan Mobilität Göttingen
Die Stadt Göttingen erarbeitet bis Ende 2026 einen Masterplan zur Mobilitätsentwicklung im gesamten Stadtgebiet. Er soll sicherstellen, dass in der Mobilitätsplanung Themen wie Nachhaltigkeit, Klimafolgenanpassung und die Belange der Göttinger*innen künftig verlässlich Berücksichtigung finden. Der Masterplan zeichnet eine Perspektive bis ins Jahr 2040 und soll damit langfristige Orientierung bei Entscheidungen zum Thema Verkehr und Mobilität bieten. Die Planung erfolgt gemeinsam mit der Öffentlichkeit, Göttinger Institutionen und Netzwerken für verschiedene Mobilitätsthemen und Nutzer*innengruppen sowie politischen Vertreter*innen.
Öffentliche Beteiligungsangebote
Hinweis: Im Rahmen des Aktionstages Science Goes City ist es am Sonntag, 19. April 2026, noch einmal möglich, an der Online-Umfrage zum Masterplan Mobilität teilzunehmen.
Hier geht es zur Online-Umfrage.
Das Thema Mobilität betrifft alle Menschen, die in Göttingen leben und sich regelmäßig durch die Stadt bewegen. Darum ist es der Stadtverwaltung ein Anliegen, die Öffentlichkeit in den Planungsprozess einzubeziehen und gemeinsam Ziele und Strategien zu entwickeln, die für möglichst viele Menschen aus der Stadt nützlich sind.
Online-Umfrage – 4. März bis 7. April 2026
Die Online-Umfrage ist bereits abgeschlossen. In der Befragung hatten alle Menschen aus Göttingen die Möglichkeit, ihre Rückmeldungen zu Fragen der Mobilitätsplanung und Straßenraumgestaltung abzugeben. Die Hinweise der Teilnehmenden werden bei den kommenden Planungsschritten einbezogen. Weitere Informationen zur Umfrage gibt es hier.
2. Verkehrsforum – Herbst 2026
Voraussichtlich im Herbst 2026 wird es ein zweites öffentliches Verkehrsforum geben, bei dem sich die Öffentlichkeit über die bis dahin bereits entwickelten Inhalte des Masterplans Mobilität informieren und diese kommentieren kann. Datum und Ort werden zeitnah zur Veranstaltung bekanntgegeben.
Rückblick
1. Verkehrsforum – 17. November 2025
Den Auftakt der öffentlichen Beteiligungsangebote bildete ein Verkehrsforum, das am Montag, 17. November 2025, im Alten Rathaus stattfand. Das Projektteam erläuterte zum einen Ziele und Entstehungsprozess des Masterplans Mobilität. Diese Informationen können in der Präsentation zum ersten Verkehrsforum nachgelesen werden.
Außerdem hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, Anregungen und Hinweise zum Thema Mobilität abzugeben und Ideen einzubringen. Alle Rückmeldungen der Teilnehmer*innen sind in der Dokumentation des ersten Verkehrsforums zusammengefasst. Sie werden geprüft und nach Möglichkeit im weiteren Planungsprozess berücksichtigt.
Weitere Maßnahmen zur Beteiligung
Um viele Meinungen zur Mobilitätsentwicklung einzubeziehen und Bedarfe möglichst vieler verschiedener Nutzer*innengruppen der Göttinger Mobilitätsangebote zu erhalten, organisiert das Projektteam darüber hinaus weitere Beteiligungsformate, zu denen gezielt eingeladen wird. Zur Diskussion über Herausforderungen und Bedarfe bestimmter Zielgruppen werden zum einen Werkstätten für bestimmte Gruppen, etwa Jugendliche, ausgerichtet. Über Gespräche mit Schlüsselpersonen aus Institutionen oder der Stadtgesellschaft, die sich gezielt für bestimmte Zielgruppen einsetzen, werden ebenfalls Anliegen spezieller Gruppen in den Prozess eingebracht. Außerdem fließen Ergebnisse einer repräsentativen Haushaltsbefragung, in der die teilnehmenden Göttinger*innen Informationen über Ihr Mobilitätsverhalten abgegeben haben, in die Bearbeitung ein.
Begleitet wird der Planungsprozess durch einen geschlossenen und verbindlich besetzten Arbeitskreis. Im Projektzeitraum werden vier Sitzungen des Arbeitskreises stattfinden, die der Information über den Planungsstand und der Beratung zu ausgewählten Fragestellungen dienen. Der Arbeitskreis soll ebenfalls verschiedene Interessenlagen berücksichtigen und setzt sich zusammen aus Vertreter*innen der Ratspolitik und der städtischen Beiräte, Interessenvertretungen für Nutzer*innen bestimmter Verkehrsformen, Anbieter*innen verschiedener Mobilitätsangebote in der Stadt, Fachleuten für das Thema Sicherheit und Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung. Aufgabe des Arbeitskreises ist es, mit Fachleuten aus der Mobilitäts- und Verkehrsplanung und den involvierten Planungsfirmen Gertz Gutsche Rümenapp und der Planersocietät Empfehlungen zur Mobilitätsplanung zu entwickeln. Der Arbeitskreis wird durch Mitarbeiter*innen des Planungsbüros Tollerort moderiert.
Ziele
Die Stadt Göttingen steht wie viele Kommunen in Deutschland vor der Herausforderung, die Mobilität nachhaltiger, klimafreundlicher und sicherer zu gestalten. Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in Göttingen sollen erfüllt, Emissionen gesenkt, Klimaziele im Verkehr erreicht und die Lebensqualität in der Stadt verbessert werden. Um die Mobilitätsstrukturen zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten, sollen die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr wie ÖPNV, Sharing-Angebote sowie Fuß- und Radverkehr gestärkt werden. Die Erstellung des Masterplans wird durch das Bundesministerium für Verkehr und Digitales mit 162.000 Euro gefördert.
Im Masterplan Mobilität sollen Ziele der Mobilitätsentwicklung und Strategien, diese zu erreichen, festgelegt werden. Er wird bei allen künftigen Bau- und Planungsvorhaben im Mobilitätsbereich herangezogen. Auf Grundlage des Masterplans kann die Stadtverwaltung schneller agieren, denn es muss nicht für einzelne Maßnahmen aufs Neue das Grundsätzliche verhandelt werden.
Der Masterplan Mobilität baut auf bestehende Beschlüsse zum Thema Mobilität in Göttingen auf und berücksichtigt den Klimaplan Verkehrsentwicklung, den Radverkehrsentwicklungsplan und weitere bestehende Entwicklungskonzepte. Als nachhaltiger urbaner Mobilitätsplan (SUMP) nach europäischen Richtlinien wird er in Zukunft auch eine wichtige Grundlage für die Finanzierung von Maßnahmen sein. Voraussetzung für die künftige Anwendung des Masterplans ist, dass die Politik das finale Konzept beschließt.
Zur Entwicklung des Masterplans Mobilität arbeitet die Stadtverwaltung mit drei kooperierenden Fachbüros zusammen, der Planersocietät aus Dortmund, dem Planungsbüro Gertz Gutsche Rümenapp mit Sitz in Hamburg und Berlin sowie dem Hamburger Moderationsbüro Tollerort.
Handlungsfelder und Maßnahmen
Während der Entwicklung des Masterplans werden komplexe Themen betrachtet und miteinander verknüpft. Entstehen sollen gut durchdachte Grundsätze für das künftige verkehrspolitische Handeln der Stadt.
Die Planung wird speziell auf die stadträumlichen, wirtschaftlichen und sozio-kulturellen Bedingungen der Stadt Göttingen zugeschnitten. Aufbauend auf einer Bestandsanalyse und unter Berücksichtigung der Rückmeldungen der Öffentlichkeit werden Handlungsfelder und Maßnahmenpakete erarbeitet, die eine nachhaltige, vernetzte, inklusive und klimafreundliche Mobilität in Göttingen fördern. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Verlagerung des Verkehrsanteils auf den Umweltverbund, der Einsparung von verkehrsbedingten Emissionen und der Schaffung attraktiver Aufenthalts- und Bewegungsqualitäten.
Maßnahmen werden zum einen in verkehrsträgerbezogenen Handlungsfeldern (Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV, Kfz-Verkehr, ruhender Verkehr), zum anderen in übergreifenden, querschnittsorientierten Handlungsfeldern zusammengefasst (z. B. integrierte Verkehrs- und Raumstruktur, Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit, Inter- und Multimodalität, Mobilitätsmanagement).
Im Rahmen des Projekts sollen keine kleinteilig formulierten Maßnahmen betrachtet werden, sondern übergeordnete Maßnahmenpakete. Die Maßnahmenpakete werden nach ihrer erwarteten Wirksamkeit für die Stadt und die Bedarfe der in ihr lebenden und arbeitenden Menschen bewertet. Auch die Umsetzbarkeit sowie die voraussichtlich für die Umsetzung benötigten Ressourcen werden dabei in Betracht gezogen. Durch dieses Vorgehen sollen besonders wirkungsvolle Maßnahmenpakete gefunden und weiterverfolgt werden.
