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Im Zuge des Klimawandels verändert sich das Klima in Göttingen. Dies macht sich in der Stadt insbesondere durch die steigende Anzahl und Intensität von heißen Tagen (über 30 Grad Celsius) und tropischen Nächten (über 20 Grad Celsius) bemerkbar. Städte sind von der Klimaerwärmung besonders betroffen, da dort die Lufttemperatur oft mehrere Grad höher ist als im Umland. Man spricht hier vom städtischen Hitzeinseleffekt. Durch die dichte Bebauung, den hohen Versiegelungsgrad und die intensiven menschlichen Aktivitäten heizen sich Städte generell stärker auf als das Umland.
Hitze und Sonneneinstrahlung können für den menschlichen Körper sehr gefährlich werden. Hier gibt es wertvolle Tipps, wichtige Hinweise und Informationen zu Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Hitze.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) überprüft im Sommer täglich die „gefühlte Temperatur“. Diese beschreibt das Temperaturempfinden eines Menschen in Abhängigkeit von der Lufttemperatur, der Luftfeuchtigkeit, des Windes und der Strahlung. Liegt die erwartet gefühlte Temperatur zu hoch, gibt der DWD Hitzewarnungen aus.
Außerdem stellt der DWD eine „Warnwetter-App“ zur Verfügung.
Alternativ bieten auch die Warn-Apps NINA und KATWARN die Möglichkeit, Hitzewarnungen zu empfangen.
Hinweis: Durch die Einbindung der Hitzewarnung auf dieser Webseite werden IP-Adressen von Webseitenbesucher*innen an den Deutschen Wetterdienst übertragen (siehe hierzu Punkt 2.1 der Datenschutzinformation des DWD).
Sonnenbrand: Verursacht Rötungen bis hin zu schweren Verbrennungen durch UV-Strahlung. Außerdem erhöht UV-Strahlung das Risiko für Hautkrebs. Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut.
Sonnenstich: Entsteht durch längere direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf. Typische Symptome: roter Kopf, Fieber, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Licht Scheuheit, Schwindel, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder sowie Erwachsene mit wenig Haaren auf dem Kopf.
Durch Umgebungshitze
Dehydrierung / Exsikkose: Dehydrierung beschreibt einen Flüssigkeitsmangel – der Körper verliert mehr Flüssigkeit, als ihm zugeführt wird, beispielsweise durch Schwitzen. Bei besonders schwerer Dehydrierung kann es zum lebensgefährlichen Austrocknen des Körpers (Exsikkose) kommen. Typische Symptome sind Durst, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit. Körperlich auffällig sind eine trockene (Schleim-)Haut, stehende Hautfalten oder eingesunkene Augen sowie weniger, dunkler Urin und Verstopfungen. Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet.
Hitzekollaps: Hitzebedingt erweitern sich die Blutgefäße des Körpers. Der daraufhin abfallende Blutdruck senkt die Durchblutung des Gehirns, was zu Bewusstlosigkeit führen kann. Typische Symptome sind kurze Ohnmacht, Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche, Übelkeit, Durst und trockene Schleimhäute. Das zu Beginn auftretende Wärmempfinden, begleitet von Hautrötungen und Schweiß, kann in Blässe und Kaltschweißigkeit umschlagen.
Hitzschlag: Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich, wenn der Körper die Fähigkeit verliert, Wärme an die Umgebung abzugeben und sich somit nicht mehr herunterkühlen kann. Es kommt zu einem Wärmestau und einer Überhitzung mit Körpertemperaturen von über 40 Grad Celsius. Typische Symptome sind trockene, heiße Haut, starke Bewusstseinstrübungen sowie Schwäche und Müdigkeit. Schwitzen ist nicht mehr möglich. Es kommt zu einer steigenden Atemfrequenz, einem sinkenden Blutdruck, einem steigenden Puls und Herzrhythmusstörungen
Aufeinander achten: Ältere Menschen, Kinder und Säuglinge, sowie Pflegebedürftige und chronisch Kranke sind bei Hitze besonders gefährdet. Auf diese Personengruppen ist besonders zu achten, um gegebenenfalls Unterstützung anzubieten.
Körper schonen: Körperliche Betätigungen im Freien sollten sich möglichst auf die Morgen- und Abendstunden beschränken, um die starke Mittagshitze zu vermeiden. Ein langsames Abkühlen des Körpers mit lauwarmer und nicht kalter Dusche schützt den Kreislauf. Vorsicht bei sehr kalten Speisen und Getränken: Diese können Magenbeschwerden verursachen.
Medikation überprüfen: Die Wirkung und Wirksamkeit von Medikamenten können sich durch Hitze verändern. Gerade bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme von zum Beispiel blutdrucksenkenden Medikamenten, Antidepressiva, Beruhigungs- oder Entwässerungsmitteln, sollte dies mit einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden. Die richtige Lagerung ist ebenfalls wichtig.
Ausreichend Wasser trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, durch Wasser oder ungesüßtem Tee ist bei Hitze besonders wichtig. Es sollte regelmäßig, auch ohne Durstgefühl getrunken werden, insbesondere bei körperlichen Aktivitäten. Alkoholische und zuckerhaltige Getränke sollten vermieden werden. Die Aufnahme von Mineralstoffen (Elektrolyte) durch isotonische Getränke (natriumhaltiges Mineralwasser, verdünnte Apfelsaftschorle, Sportgetränke) kann die Flüssigkeitszufuhr verbessern.
Anpassen: Bei Hitze ist leichte, helle Kleidung aus Naturfasern (Leinen oder Baumwolle) zu bevorzugen. Im Freien eine Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen, Sonnenschutzmittel mit hohem UVA- und UVB-Filter verwenden, sowie schattige Bereiche aufsuchen. Kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt mit hohem Obst- und Gemüseanteil bekommen dem Körper besser.
Abkühlen: Um die Hitze in Innenräumen so gering wie möglich zu halten, sollte abends / nachts gelüftet werden und tagsüber die Fenster verdunkelt bleiben. Kühle Duschen, Umschläge oder Wassersprays können Abhilfe schaffen.
Hitzeaktionsplanung (HAP) Eine fachübergreifende AG koordiniert die Hitzeaktionsplanung der Stadt. Der Hitzeaktionsplan wird voraussichtlich als Baustein des Integrierten Klimaanpassungskonzepts Göttingen (KLAK) 2027 veröffentlicht.
Hitzegefahrenkarte Die Anwendung unter goe.de/hitzegefahrenkarte visualisiert die Hitzegefahr im Göttinger Stadtgebiet und macht Bürger*innen auf das Thema Hitze aufmerksam. Die Hitzegefahrenkarte wird dynamisch weiterentwickelt und neuen Erkenntnissen angepasst sowie um Aspekte der Hitzeanpassung, wie beispielsweise die Darstellung von kühlen Orten und Trinkwasserbrunnen ergänzt werden.
Stadtwasserhitzeplan Der 2024 fertiggestellte Stadtwasserhitzeplan ist ein Baustein des Integrierten Klimaanpassungskonzepts Göttingen (KLAK) 2027. Er richtet sich an Architekt*innen und Stadtplaner*innen und stellt unter anderem Planungskarten und stadtplanerische Werkzeuge zur Umsetzung einer hitze- und wassersensiblen Stadtentwicklung bereit.
Kühle Wege und Orte (im öffentlichen Raum) / Cool Cities Im Rahmen des EU-Projekts Cool Cities arbeitet die Stadt Göttingen daran, auf Grundlage einer Hitzerisikoanalyse kühle Wege und Orte zu schaffen und so den Hitzestress in der Stadt langfristig zu senken.
Klimafonds Göttingen Im städtischen Förderprogramm „KlimaFonds Göttingen" können Göttinger*innen finanzielle Unterstützung für klimafreundliche Investitionen beantragen und so zum Beispiel Hitzeschutz- oder Begrünungsmaßnahmen vorantreiben.