Derzeit fehlt es in Göttingen noch an Wissen über zentrale Aspekte, die für eine strategische und zielgruppengerechte Entwicklung von kühlen Orten und Wegen im öffentlichen Raum wichtig sind. Gleiches gilt für die Einrichtung von kühlen Innenräumen während Hitzeperioden. Das Hamburger Planungsbüro urbanista soll daher die Stadt dabei unterstützen, die Wissensgrundlagen der Stadtverwaltung zu erweitern. So soll die Göttinger Hitzeaktionsplanung optimiert und die Datenlage im Cool Cities-Projekt verbessert werden. Mit dem Teilprojekt „Hitze verstehen, erkennen und anpassen“ sollen die Bedürfnisse und Anpassungsstrategien von Menschen mit einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Gesundheitsprobleme untersucht werden, mögliche kühle Innenräume identifiziert sowie das Wissen um kühle Aufenthaltsmöglichkeiten den Göttinger Bürger*innen zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt gliedert sich in drei Arbeitspakete:
Hitzeverhalten und Unterstützungsbedarfe
Im ersten Arbeitspaket liegt der Fokus auf der Erhebung von Daten zum Hitzeverhalten von Göttinger*innen. Mit Befragungen von Passant*innen, Fokusgruppen und Gesprächen mit lokalen Akteur*innen wird untersucht, wie unterschiedliche Bevölkerungsgruppen Hitze erleben, welche Strategien sie bereits entwickelt haben und welche Anpassungsbedarfe sie haben. Ziel ist ein Göttinger Hitze-Check, der sichtbar macht, wer in welchem Umfang betroffen ist. Auch soll er Handlungsempfehlungen ableiten. In diesem Zusammenhang ist für die Stadt Göttingen auch der Aufbau von Kontakten zu Ansprechpersonen und Multiplikator*innen wichtig, um die Vernetzung zwischen der Stadtverwaltung und Gruppen mit einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Gesundheitsprobleme innerhalb der Stadtgesellschaft voranzutreiben.
Kühle Räume
Im zweiten Arbeitspaket geht es um das Konzipieren und Ermitteln von kühlen Innenräumen in der Stadt. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf sozialen Infrastrukturen. Es geht nicht um die rein bauliche Betrachtung von kühlen Räumen, sondern auch um die sozialen Aspekte der Raumnutzung. Die Anpassungsfähigkeit sozialer Infrastrukturen umfasst hierbei deshalb eine bauliche und eine soziale Dimension. Kühle Innenräume müssen vielfältige soziale Funktionen erfüllen wie Erreichbarkeit im Alltag, Wohlempfinden oder Konsumfreiheit für ihre Nutzer*innen, damit sie an heißen Tagen oder während Hitzewellen aufgesucht werden. Mit Hilfe von Geoinformationsanalysen und Vor-Ort-Wissen werden Kriterien für kühle Räume im Innenbereich entwickelt und zwei Modellprojekte entworfen, die zeigen, wie bestehende Räume künftig als kühlende Infrastruktur wirken können.
Karte mit kühlen Aufenthaltsmöglichkeiten
Im dritten Arbeitspaket geht es darum, die kühlen Aufenthaltsmöglichkeiten in der Stadt für Bürger*innen verständlich und zugänglich aufzubereiten. Dafür wird die Hitzegefahrenkarte zu einer Karte mit kühlen Aufenthaltsmöglichkeiten im Innen- und Außenbereich erweitert. Gemeinsam mit den Göttinger*innen entsteht so eine digitale und analoge Karte kühler Aufenthaltsmöglichkeiten, die fachliche Analysen mit Alltagswissen verbindet und an heißen Tagen konkrete Orientierung bietet.
Das Teilprojekt „Hitze verstehen, erkennen und anpassen“ soll bis Ende 2027 abgeschlossen werden.
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